
10 Kuriositäten des Parc Güell, die fast niemand kennt
Wenn Sie planen, dieses Monument zu besuchen, haben Sie sicher schon viel darüber gelesen: die Stilrichtung, der Architekt, die Symbolik … Doch darüber hinaus gibt es zahlreiche Fakten und Besonderheiten des Parc Güell, die man auf den ersten Blick nicht erkennt. Heute möchten wir Ihnen genau diese näherbringen, damit Sie bei Ihrem Besuch ganz genau hinschauen und das Erlebnis in vollen Zügen genießen können.
Ein einzigartiger Park mit einer außergewöhnlichen Geschichte
1. Entstanden aus einem Misserfolg
Eine der überraschendsten Kuriositäten des Parc Güell ist, dass seine Entstehung auf einem deutlichen kommerziellen Misserfolg beruht. Eusebi Güell beauftragte Antoni Gaudí mit dem Entwurf einer exklusiven Wohnsiedlung mit über 60 Parzellen und Häusern inmitten der Natur. Das Projekt war jedoch kein Erfolg: Es wurden lediglich zwei Häuser verkauft.
Die schwierige Erreichbarkeit, die hohen Preise und die Entfernung vom Stadtzentrum führten dazu, dass das Interesse der barcelonesischen Bourgeoisie schwand. Was als Misserfolg begann, entwickelte sich schließlich zu einem der bekanntesten Orte Barcelonas.
2. Verkauf an die Stadtverwaltung
Nach dem Tod von Eusebi Güell entschieden sich seine Erben, das Gelände 1922 an die Stadt Barcelona zu verkaufen. Dadurch ging der Park in öffentliches Eigentum über und wurde 1926 als städtischer Park eröffnet.
Dank dieser Entscheidung kann heute jeder Besucher einen großen Teil des Areals frei erkunden und einen Ort genießen, der andernfalls der Familie Güell vorbehalten geblieben wäre.
3. Mosaike aus Restmaterialien
Das berühmte Trencadís, das Bänke, Brunnen und Skulpturen schmückt, ist eines der Markenzeichen des Parks. Weniger bekannt ist, dass diese Mosaike aus wiederverwendeten Keramikresten bestehen: zerbrochene Fliesen, Teller, Tassen und Glasfragmente.
Gaudí setzte auf Recycling, lange bevor dieser Begriff allgemein verbreitet war, und verwandelte weggeworfene Materialien in wahre Kunstwerke. Dieses Detail unterstreicht den innovativen und nachhaltigen Charakter seiner Architektur.
4. Funde aus dem Pleistozän
Zu den weniger bekannten Kuriositäten des Parc Güell zählt auch sein archäologischer Wert. Während der Erdarbeiten wurden fossile Überreste aus dem Pleistozän entdeckt, einer prähistorischen Epoche, die vor über zwei Millionen Jahren begann und etwa bis 10.000 v. Chr. reichte.
Die Überreste von Elefanten, Nashörnern und Hirschen sind heute im Naturkundemuseum von Barcelona ausgestellt.
5. Warum heißen sie „Gärten von Österreich“?
Innerhalb des Parks befindet sich ein weniger frequentierter Bereich, der als Gärten von Österreich bekannt ist. Dieser Name geht auf die Spende von Bäumen aus Österreich anlässlich einer Ausstellung in Barcelona in den 1970er-Jahren zurück.
Die Vegetation unterscheidet sich hier deutlich vom restlichen Park und bietet eine ruhigere Atmosphäre – ideal für Besucher, die den belebteren Zonen kurz entfliehen möchten.
6. Inspiration durch Hänsel und Gretel
Die beiden Häuser am Eingang des Parks mit ihren geschwungenen Formen und zuckergussähnlichen Dächern erinnern an Märchenhäuser. Viele Experten sind der Meinung, dass Gaudí sich von der Geschichte von Hänsel und Gretel inspirieren ließ.
Diese Anspielung verstärkt den märchenhaften Charakter des Parks und macht den Haupteingang zu einem Tor in eine magische Welt.
7. Hinweise auf Freimaurerei?
Eine weitere häufig diskutierte Kuriosität des Parc Güell ist die mögliche Präsenz freimaurerischer Symbole. Die Haupttreppe, die Anzahl der Säulen, geometrische Formen und mythologische Bezüge haben zahlreiche Theorien über versteckte Botschaften hervorgebracht.
Auch wenn es keine eindeutigen Beweise gibt, ist bekannt, dass Gaudí ein großes Interesse an Symbolik und Geometrie hatte, was Raum für verschiedene Interpretationen lässt.
8. Ergonomische Sitzbänke
Die berühmte geschwungene Bank auf dem zentralen Platz wurde unter Berücksichtigung der Ergonomie des menschlichen Körpers entworfen. Es heißt, Gaudí habe Gipsformen an realen Körpern verwendet oder Arbeiter gebeten, sich zu setzen, um die perfekte Krümmung zu modellieren.
9. Ein versteckter Wasserspeicher mit 1.200 Kubikmetern
Unter der Hypostylhalle verbirgt sich ein großer Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von bis zu 1.200 Kubikmetern Regenwasser. Dieses System ermöglichte die autarke Bewässerung des Parks und seiner Grünflächen. Erneut zeigte Gaudí sein visionäres Denken mit nachhaltigen, in die Architektur integrierten Lösungen.
10. Hat wirklich jemand in den Häusern des Parc Güell gelebt?
Das sogenannte Musterhaus wurde errichtet, um zu zeigen, wie die geplanten Wohnhäuser aussehen sollten. Tatsächlich kaufte Gaudí es und lebte dort von 1906 bis 1925, weshalb es heute als Casa-Museu Gaudí bekannt ist. Die Casa Larrard hingegen war kein Neubau des Projekts, sondern ein bereits bestehendes Haus, das Eusebi Güell als Wohnsitz nutzte und das später, nach der Übernahme durch die Stadt, als öffentliche Schule diente. Schließlich bestätigt die Casa Trias, dass es tatsächlich Bewohner im Parc Güell gab: Sie war das Wohnhaus von Martí Trias i Domènech (Güells Anwalt) und befindet sich bis heute im Privatbesitz der Familie.
Tipps vor dem Besuch des Parc Güell
Wenn Sie planen, den Parc Güell zu besuchen, empfehlen wir eine Führung mit einem spezialisierten Guide oder eine Audioguide-Tour. Das Wissen um diese Kuriositäten vor Ort verändert das Erlebnis grundlegend und hilft, den Park als Gesamtkunstwerk zu verstehen.
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